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Pressemitteilung Berlin 7.2.2000

Russland / Tschetschenien:

Journalisten sind keine Kriegs-Geiseln!

Reporter ohne Grenzen protestiert gegen die Benutzung des russischen Journalisten Andrej Babitski als Austauschgeisel und ist in großer Sorge um sein Leben

Europarat soll Moskau zur Einhaltung der Genfer Konvention drängen

Reporter ohne Grenzen, internationale Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, protestiert gegen das Vorgehen der russischen Behörden, die den Journalisten Andrej Babitski als Austauschhäftling für zwei von tschetschenischen Rebellen gefangen genommene Soldaten benutzten.

Das internationale Sekretariat von Reporter ohne Grenzen in Paris fordert vom Europarat, dem Russland seit 1996 angehört, die russische Regierung zur Einhaltung der Genfer Konvention zu drängen. Die Konvention garantiert Journalisten einen Status als Nicht-Kombattanten, den alle kriegführenden Parteien zu respektieren haben.

Darüber hinaus fordert Reporter ohne Grenzen von den russischen und tschetschenischen Kriegsparteien, dass sie die Sicherheit Andrej Babitskis ebenso gewährleisten wie die aller anderen Berichterstatter.

Andrej Babitski, Korrespondent des US-amerikanischen Auslandssenders Radio Free Europe/Radio Liberty im Nordkaukasus, wurde seit dem 15. Januar vermisst. Am 28. Januar gab das russische Innenministerium zu, er sei am 23. Januar an der Straße zwischen Gudermes und Grosny festgenommen, weil er keine Sonder-Akkreditierung besaß. Kollegen vermuten, dass er bereits früher inhaftiert wurde und der wahre Grund in seiner mutigen und kritischen Berichterstattung schon während des ersten Tschetschenien-Krieges liegt. Nach Berichten der Agentur Interfax wurde Babitski vom russischen Geheimdienst FSB der Mitgliedschaft in ìeiner illegalen bewaffneten Bande", also der Komplizenschaft mit den tschetschenischen Rebellen, angeklagt.

Am 3. Februar schließlich gaben die russischen Behörden bekannt, Babitski sei mit seinem Einverständnis gegen zwei gefangen genommene russische Soldaten ausgetauscht worden. Ein solcher Austausch wurde von tschetschenischer Seite jedoch bestritten. Kollegen und Angehörige des Journalisten fürchten deshalb, es handele sich um eine gezielte Desinformation der russischen Armee und sind in größter Sorge um Andrej Babitskis Leben.

Reporter ohne Grenzen
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