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PRESSEMITTEILUNG Berlin 29.9.1999
Sperrfrist 30. September, 10.30 Uhr

China:

E-Mails gegen die Zensur

Weltweite Aktion gegen die Zensur des Internet in China

Dissident Wei Jingsheng schickt am Donnerstag die erste Protestbotschaft

Unter dem Titel "E-Mails gegen die Internet-Zensur in China" ruft Reporter ohne Grenzen weltweit zur Versendung von Protesten an fünf E-Mail-Adressen von chinesischen Behörden oder regierungstreuen Medien auf.

Am 30. September, dem Vortag des 50. Jahrestages der Gründung der Volksrepublik China, wird der bekannte Dissident Wei Jingsheng um 10.30 Uhr im Pariser "Café Orbital" die erste Botschaft absenden: Artikel 19 der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte", der die Informations- und Meinungsfreiheit garantiert.

Das Internet ist für die chinesische Demokratiebewegung ein zunehmend wichtiges Instrument geworden. So versuchen die Behörden gerade hier mit allen Mitteln, Inhalte zu zensieren und den Informationsfluss zu kontrollieren. Internet-Nutzer müssen sich bei den örtlichen Sicherheitsbehörden registrieren lassen, Filter sollen den Zugang zu "subversiven" Web-Seiten blockieren. Reporter ohne Grenzen führt China auf seiner Liste der "20 Feinde des Internet".

Seit Beginn dieses Jahres wurde die Verfolgung von "Internet-Dissidenten" noch verstärkt. Qi Yanchen, Aktivist der "China-Entwicklungsunion", wurde am 2. September in Poutou (Provinz Heibei) verhaftet, weil er den VIP Newsletter, einen per E-Mail und Internet von den USA aus verbreiteten Rundbrief über Menschenrechtsfragen und die chinesische Demokratiebewegung, drucken und weiterverteilen wollte.

Bereits am 2. Januar wurde der Programmierer Lin Hai aus Shanghai zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er einen Verteiler mit 30.000 E-Mail-Adressen an VIP Reference weitergeleitet hatte. Am Tag von Qi Yanchens Verhaftung erließ das Pekinger Amt für Öffentliche Sicherheit die Anordnung an Polizei und KP-Kader, gegenüber Internet-Nutzern mit Zugang zu "feindlichen" Web-Seiten ganz besonders wachsam zu sein.

Der Text der Protestbotschaft und die für die Aktion ausgewählten E-Mail-Adressen stehen ab morgen (30.9.1999), 10.30 Uhr, auf den Internetseiten des Internationalen Sekretariats von Reporter ohne Grenzen: http://www.rsf.fr

Text und Adressaten der Protestnote.

Den Bericht "Die 20 Feinde des Internet" vom August dieses Jahres (in englischer oder französischer Sprache) senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu. [ RSF-Presseaussendung in Englisch ]

Für weitere Informationen: Tel. (030) 615 85 85

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101, 10997 Berlin
Germany
rog@snafu.de
Tel.: 49 - 30 - 615 85 85
Fax: 49 - 30 - 614 34 63

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