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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 15.9.1999

Demokratische Republik Kongo:

Zeitungs-Verbrennungen und Prügel für Journalisten in der "Demokratischen" Republik Kongo

Ein Länderbericht von Reporter ohne Grenzen zieht Bilanz: Rund zwei Jahre nach Mobutus Entmachtung ist die Situation der Pressefreiheit schlechter als zuvor.

Am 17. Mai 1997 erklärte sich Laurent Désiré Kabila zum Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo (dem früheren Zaire). Der Machtwechsel war mit vorsichtigen Hoffnungen auf eine Verbesserung der Menschenrechts-Situation verbunden. Reporter ohne Grenzen legt einen aktuellen Bericht zur Lage der Informations- und Meinungsfreiheit vor.

Nirgendwo im gesamten Afrika südlich der Sahara sind die Medien derartigen Repressionen ausgesetzt wie in der Demokratischen Republik Kongo. Nach 28 Monaten unter der Herrschaft Kabilas sind Übergriffe sogar noch häufiger als unter seinem Vorgänger, Mobuto Sese Seko. Den Journalisten in Kinshasa sind inzwischen selbst früher unbekannte Formen der Zensur ein Begriff: Die Prügelstrafe "entsprechend dem Alter und Körpergewicht" kann die Konsequenz journalistischer Arbeit sein. Auch die öffentliche Verbrennung von Zeitungen gehört dazu.

Mindestens 48 Journalisten wurden, oft ohne jede Begründung, verhaftet und unterschiedlich lange in den Zellen der verschiedenen Sicherheitsdienste inhaftiert. Beschlagnahmungen oder Erscheinungsverbote sind an der Tagesordnung, Redaktionsbüros unliebsamer Medien wurden gestürmt und geplündert. Ausländische Korrespondenten sind für kritische Berichte durch Ausweisung abgestraft worden, die Verbreitung internationaler Radioprogramme wurde verboten.

Mindestens drei Journalisten sitzen zurzeit im Gefängnis, darunter Joseph Mbakulu Pambu, Moderator eines privaten TV-Senders. Er ist seit dem 24. Oktober 1998 unter dem Vorwurf der "Kooperation mit den Rebellen" ohne Gerichtsurteil inhaftiert.

Reporter ohne Grenzen fordert die sofortige Freilassung aller aufgrund ihrer Arbeit inhaftierten Journalisten. Gleichzeitig fordert die Organisation die Journalisten im Kongo auf, die ethischen und professionellen Regeln ihres Berufs zu beachten.

Für weitere Informationen: Tel. (004930) 615 85 85

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101,
D-10997 Berlin
Germany
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Tel.: +49 - 30 - 615 85 85
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