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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 11.9.1999

Osttimor:

Offener Brief an Kofi Annan

UN-Generalsekretär soll sich für die Sicherheit von Journalisten in Ost-Timor einsetzen

Reporter ohne Grenzen, internationale Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, hat in einem Offenen Brief den UN-Generalsekretär Kofi Annan aufgefordert, sich persönlich dafür einzusetzen, dass in- und ausländische Journalisten weiterhin über die Situation in Osttimor berichten können.

"Sie müssen von der indonesischen Regierung fordern, dass die Presse weiterhin vor Ort über die Situation recherchieren und berichten kann, damit Milizen und Armee ihre Übergriffe nicht vollkommen ungestraft fortsetzen können", heißt es in dem Schreiben des Internationalen Sekretariats von Reporter ohne Grenzen in Paris. Zurzeit seien durch den Abzug der UN-Beobachter und die systematische Jagd auf Journalisten alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass die Verbrechen in Osttimor "hinter einem schwarzen Vorhang" vor den Augen der Weltöffentlichkeit verborgen werden.

Es muss beinahe als ein glücklicher Zufall gelten, dass - soweit bekannt - bislang noch kein Journalist von den Milizionären getötet wurde. Zwei Pressevertreter wurden jedoch von Kugeln verletzt, und nach Angaben von Beobachtern spricht alles dafür, dass sie gezielt unter Feuer genommen wurden.

Die allgemeine Situation der Pressefreiheit in Indonesien wird von Reporter ohne Grenzen als "besorgniserregend" eingeschätzt. Seit dem Abtritt von Präsident Suharto sind die Bedingungen zwar etwas besser geworden, doch wirklich unabhängige Medien gibt es kaum. 1994 wurde als Gegengewicht zum regierungstreuen Journalistenverband die Association of independent Journalists (Verband unabhängiger Journalisten, AIJ) gegründet, doch wird sie gegenüber dem Journalistenverband nach wie vor massiv benachteiligt.

Angriffe und Drohungen gegen kritische Journalisten sind an der Tagesordnung. In Buki Hagu im Distrikt Nord Aceh wurde am 5. August der Journalist Supriadi, Mitarbeiter der Zeitung Medan Pos, ermordet aufgefunden. Supriadi hatte zu Themen wie Entwicklungs- und Bildungspolitik, darunter Beiträge über Korruption in Zusammenhang mit einem Landwirtschaftsprojekt für kleine Farmer der Umgebung, gearbeitet.

Die AJI nannte in einer Anfang August veröffentlichten Erklärung neben führenden Regierungs- und Justizvertretern unter anderem die Armee als eine der größten Bedrohungen für Journalisten.

Für weitere Informationen: Tel. (004930) 615 85 85

Reporter ohne Grenzen
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