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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 1.6.1999

Türkei:

Reporter ohne Grenzen protestiert gegen Behinderungen der Berichterstattung im Öcalan-Prozess

Reporter ohne Grenzen, internationale Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, hat in einem Brief an den türkischen Innenminister Saddetin Tantan gegen die massiven Behinderungen für in- und ausländische Medien bei der Berichterstattung über den Öcalan-Prozess auf der Gefängnisinsel Imrali protestiert.

Von den rund 700 Journalisten, die eine Akkreditierung beantragt haben, sind pro Tag nur 20 überhaupt zugelassen. Zudem sind nach Reporter ohne Grenzen vorliegenden Berichten die prokurdischen Zeitungen Yeni Evrensel und Özgür Bakis gezielt von der Teilnahme ausgeschlossen worden. Gleiches trifft auch für italienische Korrespondenten zu. Beobachtern zufolge ist dies durch die Berichterstattung der italienischen Medien über den Aufenthalt Öcalans in Italien Ende letzten Jahres sowie in einem Streit zwischen der italienischen Journalistenvereinigung Stampa Estera und der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu begründet.

Die zugelassenen Journalisten dürfen keine Mobiltelefone, Laptops und Kameras in den Gerichtssaal nehmen, sondern lediglich zwei Bleistifte und Papier. Als einzige haben die Agentur Anadolu und das türkische Fernsehen TRT die Erlaubnis, Nachrichten sowie Film- und Fotoaufnahmen direkt aus dem Gerichtssaal zu übertragen. Internationale Prozessbeobachter sind - sofern sie keine Akkreditierung als Auslandskorrespondenten besitzen - nicht zur Verhandlung zugelassen.

Reporter ohne Grenzen fordert von der türkischen Regierung, daß alle türkischen Medien, unabhängig von ihrer redaktionellen oder politischen Linie sowie alle ausländischen Korrespondenten, unabhängig von ihrem Herkunftsland, die Möglichkeit erhalten, kontinuierlich und ungehindert über die Verhandlungen und den Prozessverlauf zu berichten.

Reporter ohne Grenzen
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