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PRESSEMITTEILUNGMit Bitte um Veröffentlichung zum 3. Mai
Wien, 30.4.99

3. Mai 1999 - Internationaler Tag der Pressefreiheit

1999 - Bericht

(Berichtszeitraum: 1998)

Massengräber, Massenvergewaltigung, verstümlllelte Leichen - klinische Luftschläge, keine zivile Ziele und kaum zivile Opfer - Was stimmt/was nicht. Wo sind Daten, Zahlen und Fakten. Wir habe keine unabhängigell Infonnatiollen, allzuvieles wissen wir nicht. Gerade die Berichterstattung über den Krieg in Jugoslawien unterstreicht die zwingende Notwendigkeit der freien Information.

Reyorter ohne Grenzen konstatiert in seiner diesjährigen Bilanz dennoch, daß sich die Pressefreiheit am Ende dieses Jahrhunderts leicht verbessert hat. Besonders in Ländern, die sich in einem Demokratisierungsprozeß befinden, etwa in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika, entwickelt sich eine Presse, die sich ihrer Rechte und Verantwortung zunehmend bewußt wird.

19 Tote

1998 wurden 19 Journalistinnen und Journalisten in Ausübung ihres Berufes oder aufgrund ihrer Veröffentlichungen getötet. 1997 waren es noch 26, 1995 51 und 1994 sogar 103. Besorgniserregend ist allerdings eines: Fast alle im Vorjahr ermordeten Journalisten wurden nicht Opfer irgendeines Krieges. Großteils wurden sie kaltblütig ermordet, weil sie Korruption oder Verbindungen zwischen Behörden und organisierter Kriminalität aufgedeckt oder recherchiert hatten. Dazu kommt, daß die Täter in solchen Fällen äußerst selten gefaßt und noch seltener bestraft werden.

100 hinter Gittern

Am 1.1.1999 waren knapp 100 Journalisten in 25 Staaten wegen ihres Berufes in Haft. Die meisten davon in China und Äthiopien, gefolgt von Syrien, Burma und der Türkei. 487 Joumalisten mußten 1998 vorübergehend hinter Gitter.

Einschüchterung und Folter

Die meisten Fälle von Folter werden aus Syrien und der Türkei gemeldet. Insgesarnt wurden 1998 697 Journalisten attackiert oder bedroht. Mehr als 500 Publikationen, TV-Sender oder Radiostationen wurden nach Recherchen von Reporter ohne Grenzen 1998 Opfer von Repression und Gewalt.

Vier Milliarden ohne Pressefreiheit

Noch immer wird der Artikel 19 der Menschenrechtserklärung in weniger als 30 demokratischen Ländern respektiert. In 30 anderen Ländern, wo zwei Milliarden Menschen leben, wird das Recht auf freie Meinungsäußerung von totalitären Regimen nach wie vor völlig mißachtet. Weitere zwei Milliarden Menschen müssen sich mit einer bestenfalls mäßigen Pressefreiheit begnügen.

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