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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 4.3.1999

Nigeria

Nigerias Regierung begnadigt den letzten noch inhaftierten Journalisten

Niran Malaolu soll in den nächsten Tagen gemeinsam mit 95 anderen politischen Gefangenen freikommen

Reporter ohne Grenzen fordert genaue Untersuchung von zwei mutmaßlichen Morden an Journalisten

Niran Malaolu, Mitarbeiter der nigerianischen Wochenzeitung The Diet, ist vom noch amtierenden nigerianischen Präsidenten General Abdulsalami Abubakar begnadigt worden. Gemeinsam mit 95 weiteren Gefangenen, die wegen eines angeblich geplanten Staatsstreiches unter der Regierung des im vergangenen Juni verstorbenen Diktators Sani Abacha ins Gefängnis geworfen wurden, soll er in den nächsten Tagen freigelassen werden.

Niran Malaolu sitzt seit dem 28. Februar 1997 im Gefängnis. Am 28. April 1998 war er wegen angeblicher Beteiligung in einen vom Abacha-Regime behaupteten Putschversuch zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Juli letzten Jahres wurde das Strafmaß auf 15 Jahre reduziert. Nach den Haftentlassungen der letzten Monate war Maraolu der letzte Journalist, der in Nigeria eine Gefängnisstrafe verbüßte.

Reporter ohne Grenzen begrüßt die Freilassung als weiteren Schritt auf dem Weg zu mehr Pressefreiheit und Demokratie in Nigeria - ohne zu vergessen, daß dieses Ziel noch weit entfernt ist. Wir erinnern deshalb an zwei Fälle von mutmaßlichen Morden an Journalisten, die seit drei Jahren unaufgeklärt - und damit immer noch ungestraft - sind:
Chinedu Offaoro, Mitarbeiter der Zeitschrift The Guardian, ist seit Mai 96 verschwunden. James Bagauda Kaltho, Korrespondent von The News in Kaduna, war im Januar des selben Jahres angeblich in einen Attentatsversuch verwickelt und kam dabei ums Leben. Tatsächlich wurde seine Leiche aber nie identifiziert; Reporter ohne Grenzen geht deshalb nach wie vor von der Möglichkeit aus, daß er selbst ermordet wurde.

Für weitere Informationen: Tel. (030) 615 85 85

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