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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 1.9.1998

Nigeria:

Reporter ohne Grenzen und UNESCO überreichen Menschenrechtspreise an Christine Anyanwu

Nach drei Jahren Haft kann die nigerianische Journalistin endlich ihre Auszeichnungen entgegennehmen Literatur-Nobelpreisträger Wole Soyinka und UNESCO-Generaldirektor Federico Mayor werden die Preise am 2. September in Paris überreichen

Am 2. September um 13 Uhr werden der nigerianischen Journalistin Christine Anyanwu am Sitz der UNESCO in Paris zwei Preise überreicht, die ihr bereits 1995 bzw. 1997 zugesprochen wurden: Der Menschenrechtspreis von Reporter ohne Grenzen/Fondation de France 1995 und der Guillermo-Cano-Preis für Pressefreiheit der UNESCO 1997 .

Christine Anyanwu, ehemalige Chefredakteurin der inzwischen eingestellten Zeitschrift The Sunday Magazine, kam am 16. Juni nach dreijähriger Haft aus dem Gefängnis frei. Sie gehörte zu den Gefangenen, die nach dem Tod des nigerianischen Militärdiktators Sani Abacha von dessen Nachfolger Abdulsalam Abubakar amnestiert wurden.

Im Juli 1995 war Christine Anyanwu zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil ihre Zeitung die Namen von 19 Personen veröffentlicht hatte, die von der Regierung der Beteiligung an einem angeblichen Staatsstreich beschuldigt wurden. Ein Militärgericht klagte sie und drei weitere Journalisten (Ben Charles Obi, Kunle Ajibade und George Mbah) an, selbst in den Putschversuch verwickelt gewesen zu sein. Das Urteil lautete in allen vier Fällen auf lebenslange Haft und wurde im Oktober 1995 auf 15 Jahre verringert.

Der Guillermo-Cano-Preis wurde Christine Anyanwu im vergangenen Februar, der Menschenrechtspreis von Reporter ohne Grenzen im Dezember 1995 zugesprochen. Beide Auszeichnungen hatte der nigerianische Schriftsteller Wole Soyinka im Namen der inhaftierten Journalistin entgegengenommen.

Der Menschenrechtspreis von Reporter ohne Grenzen/Fondation de France wird seit 1992 von einer internationalen Jury an Journalisten vergeben, die für die Freiheit der Medien in ihrem Land einstehen. Den Guillermo-Cano-Preis, benannt nach einem in Ausübung seines Berufs ermordeten kolumbianischen Journalisten, verleiht die UNESCO seit 1997 an Personen oder Institutionen, die sich um die Verteidigung der Pressefreiheit verdient gemacht haben.

Für weitere Informationen: Tel. (0049030) 615 85 85

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