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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 18.8.1998

Serbien:

Ausweisung, Drohungen, Attacken

Sicherheitskräfte schüchtern vor allem ausländische Journalisten ein. Reporter ohne Grenzen protestiert bei Präsident Milosevic.

Nach der am 14. Juli erfolgten Ausweisung von ARD-Korrespondent Friedhelm Brebeck und seinem Kamerateam aus Serbien protestierte Reporter ohne Grenzen, internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, bei Präsident Slobodan Milosevic gegen die permanenten Behinderungen und Bedrohungen unabhängiger Journalisten durch serbische Polizeikräfte und Militär.

In dem Protestbrief des Internationalen Sekretariats (Paris) an den Präsidenten heißt es:

Reporter ohne Grenzen stellt fest, daß sich dieser neue Angriff auf die Informationsfreiheit in einem Kontext ereignet, in dem serbische Sicherheitskräfte nicht zögern, die Konfrontation mit ausländischen Journalisten und Korrespondenten zu suchen - bisweilen sogar mit Gewalt. In den letzten sechs Monaten wurden mindestens acht Journalisten verprügelt oder schikaniert. Serbische Polizisten haben sogar die Akkreditierungen mehrerer Journalisten zerrissen und ihnen bedeutet, sie könnten "zur Zielscheibe werden", falls Wirtschaftssanktionen gegen Serbien verhängt würden. Anderen internationalen Korrespondenten wurden Einreisevisa oder der Zugang zu verschiedenen Gebieten im Kosovo verweigert.

Diese wiederholten Übergriffe sind von seiten Ihrer Regierung nie verurteilt worden. Schlimmer noch: Sie werden sogar von Ministern und staatlichen Medien gerechtfertigt. So hat der Staatssekretär im Informationsministerium, Goran Matic, erklärt, daß "die internationalen Medien (...) mit ihrer Berichterstattung über den Kosovo ein Massaker an der Wahrheit begangen" hätten.

Ohne auf die Berichterstattung in den ausländischen Medien inhaltlich eingehen zu wollen, verurteilt Reporter ohne Grenzen kategorisch die Haltung der serbischen Behörden, die damit ihre bereits während des Konflikts in Bosnien-Herzegowina praktizierten Methoden erneut anwenden. Sie beweisen ganz offensichtlich den Willen, diejenigen zum Schweigen zu bringen, die an Tausenden von Orten den Gegensatz zwischen den beschwichtigenden Äußerungen Belgrads und der Realität beschrieben haben.

Reporter ohne Grenzen fordert Sie auf, diesen Praktiken ein Ende zu setzen, wenn Sie nicht in die endgültige Isolation durch die internationale Gemeinschaft geraten wollen.

gez.: Robert Ménard, Generalsekretär

Für weitere Informationen: Tel. (0049030) 615 85 85

Reporter ohne Grenzen
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