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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 16.6.1998

Iran:

Karikatur

Pressefreiheit im Abseits

Die iranische Fußball-Nationalmannschaft hofft auf einen Sieg gegen die DFB-Auswahl. Der Journalist Morteza Firuzi fürchtet um sein Leben.

Nach dem Spiel gegen die USA richtet sich die Aufmerksamkeit verstärkt auf die morgige Begegnung Iran-Deutschland. Reporter ohne Grenzen, internationale Menschenrechtsorganisation zum Schutz der Pressefreiheit, erinnert deshalb an die brutalen Repressionen gegen Journalisten im Iran.

Der Journalist Morteza Firuzi, ehemals Chefredakteur der regierungsnahen englischsprachigen Iran News, ist seit Mai 1997 inhaftiert und wurde in einem Prozeß unter Ausschluß der Öffentlichkeit wegen Spionage und "Ehebruch" zum Tod durch Steinigung verurteilt. Das Urteil wurde im Mai dieses Jahres bestätigt. Am 5. Juni gab das Justizministerium bekannt, der Schuldspruch solle "überprüft" werden. Reporter ohne Grenzen fordert nach wie vor Firuzis sofortige Freilassung.

Am 11. Juni wurde die erst vier Monate zuvor gegründete und wegen ihrer kritischen Berichterstattung viel beachtete Zeitschrift Jameh verboten, ihr Chefredakteur Hamid-Reza Jalï-Pour mit einem Jahr Arbeitsverbot belegt.

Am 13. Juni wurde Ali-Mohammed Mahdavi-Khorami, Chefredakteur der Zeitschrift Gozarech-é Rouch verhaftet und zwei Tage lang festgehalten, weil seine Redaktion einen Artikel über Kapitaltransfer ins Ausland durch verschiedene hochgestellte Persönlichkeiten des Iran veröffentlicht hatte. Gozarech-é Rouch hat ihr Erscheinen bis zur juristischen Klärung des Falles eingestellt.

Der Unterdrückung der Pressefreiheit im Iran muß durch internationalen Druck begegnet werden. Der Journalist Faradsch Sarkuhi, der im Mai dieses Jahres nach anderthalb Jahren Verfolgung, Haft und Folter endlich zu seiner Familie nach Deutschland ausreisen durfte, erklärte in einem Interview der Süddeutschen Zeitung: "Man wollte mich umbringen, aber der Druck der Weltöffentlichkeit war ein wichtiger Faktor, dies zu verhindern."

Reporter ohne Grenzen und Amnesty International informieren im Internet über die Situation der Menschenrechte in den WM-Teilnehmerländern. Die Seiten werden von arte und La Cinquième, dem fünften französischen Fernsehprogramm, zur Verfügung gestellt.

http://www.sdv.fr/arte/special/coupedh/dtext/

(Die obenstehende Karikatur ist dieser Website entnommen.)

Für weitere Informationen: Tel. (030) 615 85 85

Reporter ohne Grenzen
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