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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 31.3.98

Kuba - zwei Monate nach dem Papstbesuch

Noch immer 200 politische Gefangene
Amnesty International und Reporter ohne Grenzen fordern sofortige Freilassung

In einer gemeinsamen Erklärung fordern Amnesty International und Reporter ohne Grenzen die sofortige Freilassung aller gewaltlosen politischen Gefangenen in Kuba, darunter zwei Journalisten. Beide Organisationen begrüßen, daß seit dem Besuch von Papst Johannes Paul II im Januar rund 90 politische Gefangene aus der Haft entlassen wurden, erinnern aber an das Schicksal der nach wie vor wegen ihrer Meinungsäußerungen oder anderer politischer Aktivitäten Inhaftierten.

Wegen der großen Schwierigkeiten, verläßliche Informationen über die Situation der Menschenrechte in Kuba zu erhalten, kann die genaue Zahl politischer Gefangener nicht angegeben werden. Beobachter im Land schätzen die Zahl aber auf mindestens 200.

Amnesty International und Reporter ohne Grenzen fordern zudem von der kubanischen Regierung, freie Meinungsäußerung nicht länger zu unterdrücken und nichtstaatliche Medien ungehindert arbeiten zu lassen. Die beiden Organisationen sind insbesondere besorgt über drei Fälle, in denen Mitarbeiter unabhängiger Pressebüros inhaftiert bzw. von Haft bedroht sind: Bernardo Arévalo Padron, Begründer von Línea Sur Press, wurde im November 1997 von einem Gericht in Cienfuegos wegen "Beleidigung" von Präsident Fidel Castro und dem Präsidenten der Nationalversammlung, Carlos Lage, zu sechs Jahren Haft verurteilt. In einem Interview mit einem US-amerikanischen Radiosender hatte er beide als "Lügner" bezeichnet. Lorenzo Paez Nuñez, Mitarbeiter des "Unabhängigen Pressebüros Kuba" (BPIC), wurde am 11. Juli 1997 zu 18 Monaten Haft wegen "Diffarmierung" und "Beleidigung" der Polizei verurteilt. Auch er hatte mit einem US-Radiosender zusammengearbeitet und diesem über einen Polizeieinsatz gegen eine Gruppe Jugendlicher berichtet.

Juan Carlos Recio Martínez von Cuba Press wurde am 13. Februar dieses Jahres wegen "Aktivitäten gegen die Sicherheit des Staates" zu einem Jahr "Strafarbeit ohne Inhaftierung" verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, den Behörden ein Flugblatt, das zum Boykott der Regionalwahlen vom Oktober 1997 aufrief, nicht gemeldet zu haben. Martínez hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte telefonisch an: (004930) 615 85 85

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