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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 21.3.98

Türkei:

Der Papst besucht ein von Repression gezeichnetes Land

In Nigeria ist die Lage der Presse- und Informationsfreiheit so schlimm wie kaum sonst auf dem afrikanischen Kontinent.

Nigerias private Medien unterliegen unablässig staatlichem Terror. Vor vier Wochen wurde der Journalist Tunde Oladepo ermordet. 1997 sahen sich mehr als 90 Pressevertreter Repressalien ausgesetzt - viermal so viel wie im Jahr zuvor.

Reporter ohne Grenzen, internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit, erwartet von Papst Johannes Paul II, daß er sich für die sofortige und bedingungslose Freilassung von elf in nigerianischen Gefängnissen eingesperrten Journalisten einsetzt.

Wir fordern von den Behörden des Landes energische Schritte zur Aufklärung des Mordes an Tunde Oladepo. Am 26. Februar waren mehrere maskierte und bewaffnete Männer in das Haus des 34jährigen Mitherausgebers der Zeitschrift The Guardian in Abeokuta (im Staat Ogoni) eingedrungen und hatten ihn vor den Augen seiner Frau und seiner beiden Kinder erschossen.

In unmittelbarer Lebensgefahr befindet sich Niran Malaolu, Herausgeber der unabhängigen Zeitschrift The Diet. Er wird der Beteiligung an einer von der Regierung im Dezember 1997 behaupteten Verschwörung zum Sturz des Präsidenten, General Sani Abacha, beschuldigt. Sein Fall wird vor einem Sonder-Militärgericht unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelt. Die Anklage lautet auf "Hochverrat", ihm droht die Todesstrafe.

Stellvertretend für alle Gefangenen erinnern wir an das Schicksal von Christine Anyanwu. Die Herausgeberin von The Sunday Magazine sitzt seit drei Jahren im Kaduna-Staatsgefängnis und ist dort schwer erkrankt. Wie in allen nigerianischen Strafanstalten gibt es auch in Kaduna keine angemessene medizinische Versorgung. Es herrschen katastrophale hygienische Zustände, zur Zeit grassieren Krätze und Typhus.

Christine Anyanwu ist Trägerin des Menschenrechtspreises von Reporter ohne Grenzen. 1995 wurde sie unter dem Vorwurf der Beteiligung an einem angeblich geplanten Staatsstreich zu lebenslanger Haft verurteilt. Die gleiche Strafe erhielten ihre Kollegen Ben Charles Obi, Kunle Ajibade und George Mbah. Das Strafmaß wurde später in 15 Jahre Gefängnis umgewandelt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte telefonisch an: (030) 615 85 85

Reporter ohne Grenzen
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