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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 10.3.98

Ruanda:

ROG-Menschenrechtspreisträger André Sibomana gestorben

André Sibomana, ruandischer Priester und Journalist, ist tot. Der 43jährige starb am vergangenen Wochenende an den Folgen einer Krankheit.

"Mit André Sibomana starb ein Verteidiger der Menschenrechte und damit eine der wenigen Persönlichkeiten in Ruanda, die sich stets weigerte, ihrer Position ethnische Kriterien zu Grunde zu legen", heißt es in der Erklärung des Internationalen Sekretariats von Reporter ohne Grenzen in Paris.

André Sibomana leitete die katholische Zeitschrift Kinyamateka, er war Präsident des ruandischen Journalistenverbandes und Mitbegründer der Vereinigung zur Verteidigung der Menschenrechte (ADL). Mit seinen Texten und seiner redaktionellen Arbeit machte er Kinyamateka zur führenden Publikation des Landes und wurde von vielen Kollegen anerkennend "Vater" des Journalismus genannt.

Seit 1993 war Sibomana Korrespondent in Ruanda für die internationale Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit, Reporter ohne Grenzen, und berichtete über die zunehmende Gewalt gegen Journalisten. Er selbst erhielt wegen seiner Artikel zahlreiche Morddrohungen. Nur mit größter Not entging er den Massakern im April 1994.

Für seine Verdienste um die Pressefreiheit erhielt André Sibomana im Dezember 1994 den Menschenrechtspreis von Reporter ohne Grenzen / Fondation de France. Mit dieser Ehrung wurde auch der 48 Journalistinnen und Journalisten gedacht, die im selben Jahr dem Bürgerkrieg in dem zentralafrikanischen Land zum Opfer gefallen waren.

Für weitere Informationen: Tel. (030) 615 85 85

Reporter ohne Grenzen
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