ROG AktuellROG Homepage
zurückArchivIndexVolltextsucheweiter

PRESSEMITTEILUNGBerlin, 15. 2. 98

Mexiko

Journalist von Killerkommando ermordet

Ein auf Korruption in den Reihen der Polizei spezialisierter Redakteur vor dem Büro des Generalstaatsanwalts auf offener Straße erschossen In Mexiko wurden in den letzten 12 Monaten vier Journalisten ermordet

Reporter ohne Grenzen hat den mexikanischen Präsidenten Ernesto Zedillo aufgefordert, sich persönlich dafür einzusetzen, daß Täter und Hintermänner des Attentats auf Luis Maria Garcia ermittelt und bestraft werden.

Garcia ist der vierte Journalist in nicht einmal zwölf Monaten, der in Mexiko einem Mordanschlag zum Opfer fiel. 30 Journalisten wurden angegriffen, elf weitere bedroht. Fast immer traf es Reporter, die in Fällen von Korruption und Machtmißbrauch oder in Zusammenhang mit Drogenhandel recherchierten.

Luis Maria Garcia, Redakteur der Tageszeitung La Tarde, berichtete zuletzt über die Tätigkeit des mexikanischen Generalstaatsanwalts. Als er am Freitag, dem 13. Februar, dessen Büro in Mexiko Stadt verließ, verfolgten ihn vier bewaffnete Personen und feuerten nach ersten Ermittlungen insgesamt neun Schüsse auf ihn ab. Die Mörder entkamen unerkannt.

Nach Angaben des Chefredakteurs von La Tarde, Miguel Rocha, war Garcia Autor mehrerer Artikel über Korruption innerhalb der Polizei. Bereits vor einigen Tagen hatte er an seinem Wohnort im Staat Sonora eine Morddrohung erhalten. 1997 entkam er einem Attentat, das dem Drogenkartell von Tijuana zugeschrieben wird.

Nach diesem Mord ist Mexiko neben Kolumbien der lateinamerikanische Staat, in dem die meisten Journalisten in Ausübung ihres Berufes ermordet wurden. In beiden Ländern gab es seit Anfang 1997 jeweils vier tödliche Attentate.

Reporter ohne Grenzen hat mehrfach gegen Angriffe auf die Pressefreiheit in Mexiko protestiert. Die permanenten und systematischen Menschenrechtsverletzungen geschehen in einem fatalen Klima der Straflosigkeit. Bei einem Treffen mit Präsident Zedillo im Oktober 1997 forderte ROG gemeinsam mit anderen Menschenrechtsorganisationen, die "glaubhafte Bekundung seines politischen Willens, die Menschenrechtsverletzungen in seinem Land zu beenden".

Reporter ohne Grenzen
Skalitzer Straße 101
D-10999 Berlin
Germany
rog@snafu.de
Tel.: 49 - 30 - 615 85 85
Fax: 49 - 30 - 614 34 63

> empfehlen Sie diese Seite weiter!


[ zurück | Homepage | Aktuell | Archiv | Volltextsuche | weiter ]

© Reporter ohne Grenzen e.V.
Webmaster: Martin Mair


ACHTUNG: Archiv - Diese Seiten werden nicht mehr aktuallisiert!
Die aktuelle Website von "Reporter ohne Grenzen" finden Sie unter http://www.reporter-ohne-grenzen.de/