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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 8. 2. 98

Iran

Der Journalist Morteza Firuzi soll hingerichtet werden.

Reporter ohne Grenzen fordert die Aufhebung des Todesurteils und hat mehrere Staaten und das UN-Menschenrechtszentrum um Intervention gebeten.

Reporter ohne Grenzen ist in tiefer Sorge um den iranischen Journalisten Morteza Firuzi, ehemaliger Chefredakteur der englischsprachigen Iran News. Wir befürchten, daß das heute vom Obersten Gericht des Iran bestätigte Todesurteil gegen Firuzi schon in den nächsten Tagen, wenn nicht Stunden, vollstreckt wird.

Die internationale Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Meinungs- und Pressefreiheit fordert von den iranischen Behörden Aufklärung über die offizielle Anklage. Wir erinnern zudem daran, daß der Journalist das Recht auf eine angemessene, öffentliche Gerichtsverhandlung hat. Seit Firuzis Verhaftung im Mai 1997 haben die iranischen Behörden trotz zahlreicher Interventionen durch Reporter ohne Grenzen keine Angaben über sein Schicksal gemacht.

Reporter ohne Grenzen hat sich sofort nach Bekanntwerden der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes an das Menschenrechtszentrum der Vereinten Nationen in Genf und die Europäische Union sowie die Außenminister der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Spaniens, Belgiens, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland mit der Bitte gewandt, bei den iranischen Behörden zugunsten Morteza Firuzis zu intervenieren. Nach heutigen Berichten der iranischen Zeitungen Jomhuri Islami und Qods hat der Oberste Gerichtshof das Todesurteil gegen Firuzi vom 28. Januar bestätigt. Angeblich ist der Journalist der Spionage für ein oder mehrere ausländische Staaten - die Rede war von den USA oder einem ostasiatischen Land - für schuldig befunden worden.

Reporter ohne Grenzen ist aufgrund dieser Entwicklung umso mehr auch um andere iranische Journalisten besorgt: Akbar Gandji wurde bereits Anfang Dezember 1997 verhaftet, doch bis heute ist keine offizielle Anklage bekannt. Faradsch Sarkuhi, Chefredakteur der Litaraturzeitschrift Adineh, der im September 97 zu einem Jahr Haft verurteilt worden war, konnte trotz seiner am 28. Januar erfolgten Entlassung das Land bisher nicht verlassen.

Während des Präsidentschaftswahlkampfs hatte sich Mohammad Chatami für Meinungsfreiheit und die Achtung der Menschenrechte im Iran ausgesprochen. Reporter ohne Grenzen sieht sich nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt zu der Feststellung gezwungen, daß diese Versprechen nicht eingehalten wurden und die iranischen Behörden die Menschenrechte noch immer mißachten.

Für weitere Informationen: Tel. (030) 615 85 85

Reporter ohne Grenzen
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Tel.: 49 - 30 - 615 85 85
Fax: 49 - 30 - 614 34 63

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