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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 28. 1. 98

Iran

Faradsch Sarkuhi endlich frei

Heute wurde der iranische Schriftsteller und Journalist Faradsch Sarkuhi nach einem Jahr Haft wegen "Propaganda gegen die Islamische Republik Iran" aus dem Gefängnis entlassen. Allerdings erhielt er keine persönlichen Ausweispapiere.

Reporter ohne Grenzen begrüßt die Freilassung Sarkuhis. Wir erinnern jedoch daran, daß er in einem willkürlichen Prozeß unter Ausschluß der Öffentlichkeit zu einer ungerechten Strafe verurteilt worden war. Wir erwarten, daß er mit der Entlassung auch die Möglichkeit erhält, sich frei zu bewegen und ins Ausland zu reisen.

Wir rufen auch die Intrigen und Inszenierungen seitens des Geheimdienstes und der iranischen Behörden im Zusammenhang mit Sarkuhis wochenlangen "Verschwinden" im November 1996 in Erinnerung sowie den Brief Sarkuhis, in dem er über die Folterungen und erzwungenen Falschaussagen berichtet. Seiner Meinung nach verfolgte das iranische Regime den Plan, ihn als Druckmittel zu benutzen, um Einfluß auf den Berliner Mykonos-Prozeß zu nehmen. Vor genau einem Jahr wurde er dann beim "Versuch der illegalen Ausreise", so die offizielle Begründung, verhaftet. Erst nach monatelanger Ungewißheit wurde er vor Gericht gestellt und verurteilt.

Todesurteil für Morteza Firuzi

Nach den uns bisher vorliegenden Informationen wurde Morteza Firuzi, früherer Chefredakteur der Iran News, wegen "Spionage für das Ausland" zum Tode verurteilt. Firuzi war zu Beginn des letzten Sommers verhaftet worden. Von offizieller Seite gab es keine Stellungnahmen zu dem Fall. Zeitungen in Teheran berichteten zwar über den Spionagevorwurf, es hieß allerdings nicht Spionage für die USA.

Reporter ohne Grenzen hofft, daß das Todesurteil sofort oder in der möglichen Revisionsverhandlung aufgehoben wird.

Festnahme ohne Begründung

Bereits Anfang Dezember wurde Akbar Gandji festgenommen, bekannter iranischer Journalist, Autor und Verleger, Mitarbeiter der Monatszeitschrift Kian. Bisher gibt es keine offizielle Begründung für diese Festnahme. Wie dagegen zu erfahren war, verlangen iranische Intellektuelle in einer Petition die Freilassung Akbar Gandjis.

Reporter ohne Grenzen hat sich heute mit einem dementspechenden Brief an den iranischen Staatspräsidenten Mohammad Khatami gewandt.

Siehe auch:
Iran: Der Journalist Morteza Firuzi soll hingerichtet werden

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