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PRESSEMITTEILUNGBerlin, 25. 11. 97

Nigeria:

Ein Appell für das Leben von Christine Anyanwu

Vier nigerianische Journalisten sitzen seit zwei Jahren unter schlimmsten Haftbedingungen im Gefängnis

Kampagne von Amnesty International und Reporter ohne Grenzen mit Unterstützung durch djv und IG Medien

Reporter ohne Grenzen und Amnesty International fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung der nigerianischen Journalistin und gewaltlosen politischen Gefangenen Christine Anyanwu. Sie muß umgehend in ärztliche Behandlung gebracht werden.

Die 47jährige Anyanwu sitzt seit zwei Jahren im Gefängnis von Kaduna (im Norden des Landes). Sie leidet an Malaria, Typhus und einer schweren Augenkrankheit. Ohne ärztliche Behandlung droht sie zu erblinden. 1995 verurteilte ein Sondergericht des Militärs die Herausgeberin der Wochenzeitung The Sunday Magazine wegen Unterstützung eines angeblichen Putschversuchs zu lebenslanger Haft, die später in eine 15jährige Freiheitsstrafe umgewandelt wurde. Ihre Zeitung hatte die Namen von 19 als vermeintliche Putschisten verhafteten Personen veröffentlicht.

Ein ähnliches Schicksal erlitten George Mbah (Tell), Ben Charles Obi (Weekend) und Kunle Ajibade (The News). Sie wurden gleichfalls zu 15 Jahren Haft verurteilt. Auch für diese Journalisten fordern wir adäquate medizinische Versorgung und sofortige Entlassung aus der Haft.

Christine Anyanwu wurde für ihre kritische und engagierte Arbeit mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Reporter ohne Grenzen verlieh ihr im Dezember 1995 seinen Menschenrechtspreis und hat sie und ihre drei Kollegen bereits mit Geldbeträgen unterstützt. Journalisten helfen Journalisten hat 6.000 DM zugesagt. Der taz-Korrespondent Andreas Zumach spendete den ihm im Oktober von der UNO verliehenen und mit 1000 US-Dollar dotierten Journalistenpreis.

Für unseren Appell an den Vorsitzenden des "Provisorischen Staatsrates" von Nigeria, General Sani Abacha, werden derzeit Unterschriften gesammelt. Die Kampagne wird vom Deutschen Journalisten Verband (DJV) und der IG Medien unterstützt. Mit den Geldspenden können die Familien der Inhaftierten die Fahrtkosten zu den Besuchsterminen - nur einmal pro Monat ist eine halbe Stunde erlaubt - sowie Medikamente und Lebensmittel bezahlen.

Nigeria gehört seit Jahren zu den Ländern mit den massivsten Verletzungen der Pressefreiheit, derzeit sind elf Journalisten im Gefängnis. Seit Anfang November gehen die Behörden in einem regelrechten Feldzug massiv gegen die unabhängige Presse vor; allein in diesem Zeitraum wurden vier Journalisten verhaftet. Zwei weitere mußten in den Untergrund gehen.

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