100 Fotos für die PressefreiheitROG Homepage
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Über die Ausstellung

Die Pressefreiheit gehört zu den unverzichtbaren politischen Grundfreiheiten in demokratischen Staaten. Die Organisation Reporter ohne Grenzen geht sogar weiter: Für sie ist die Pressefreiheit Menschenrecht. Denn alle Erfahrungen zeigen, dass die Unterdrückung dieses Rechtes regelmœssig mit der Unterdrückung anderer Rechte aus dem Kernbereich der Menschenrechte verbunden ist. Die Verletzung der Pressefreiheit signalisiert immer Verletzungen von elementar personen-be-zogenen Rechten, wie der Meinungs- und Informationsfreiheit, dem Verbot der Diskriminierung allein nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion oder sozialer Herkunft aber auch in vielen Fœllen Verletzungen des Rechtes auf Versammlungs- und Organisationsfreiheit. Das Mass der Freiheit von Presse- und Kommunikationsmedien ist deshalb ein guter Indikator für die Situation der Menschenrechte in einem Land.

Die meisten Staaten haben eines oder mehrere der internationalen Übereinkommen zum Schutz der Menschenrechte unterzeichnet und ratifiziert. Die Wirklichkeit bleibt erschreckend weit hinter dem Anspruch dieser völkerrechtlich verbindlichen Normen zurück. Für die Pressefreiheit muß eine œhnlich deprimierende Bilanz gezogen werden: Reporter ohne Grenzen berichtet alljœhrlich über weit mehr als 100 Staaten, in denen die Pressefreiheit mehr oder minder beeintrœchtigt, hœufig auch massiv verletzt oder völlig unterbunden wird. Die Presse kann in diesen Lœndern nicht mehr die Funktion der kritischen Begleitung und öffentlichen Kontrolle der regierenden Eliten und der staatlich-exekutiven Institutionen wahrnehmen, nicht mehr Sprachrohr für die Interessen von Minderheiten sein, sie kann teilweise nicht einmal ihren elementaren Informationspflichten nachkommen.

Alljœhrlich vergibt Reporter ohne Grenzen zum 10. Dezember - dem internationalen Tag der Menschenrechte - einen Menschenrechtspreis an mutige Journalistinnen oder Journalisten, die sich unter besonders schwierigen Bedingungen für die Pressefreiheit eingesetzt haben.

Die Ausstellung 100 Fotos für die Pressefreiheit der Volkshochschule im Norden des Landkreises München möchte auf die schwierige Situation der Pressefreiheit aufmerksam machen. Sie zeigt Aufnahmen, die über die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten in Lœndern berichten, in denen die Pressefreiheit behindert wird, in denen diese Arbeit oft auch mit einem hohen persönlichen, manchmal tödlichen Risiko verbunden ist. Sie informiert über diese Arbeit, indem sie auch die Menschen und deren Lebensverhœltnisse zeigt, über die berichtet wird, indem sie also die Aufgabe und Funktion freier Information an einzelnen aktuellen Beispielen verstœndlich macht.

Die Bilder dokumentieren soziale Mißstœnde, Leid, Verfolgung und Krieg. Sie belegen eine Wirklichkeit, die sich in den offiziellen Bulletins der Politik oft ganz anders gibt. Nur der mutige Einsatz von Journalistinnen und Journalisten macht diese Zustœnde öffentlich wahrnehmbar. Und eröffnet damit manchmal auch die Chance, durch diese Bilder, diese Recherchen, durch die bloße Information Einfluß zu nehmen, zu alarmieren, aufzuhalten, etwas zu verœndern.

Denn soviel ist richtig: Was nicht öffentlich wird, ist nur für die Beteiligten geschehen. Das kann fatale Konsequenzen haben, wenn rechtsstaatliche Normen außer Kraft gesetzt sind. Es sind Bilder, die die Notwendigkeit und den Sinn freier Information eindringlich verdeutlichen.

An der Berichterstattung aus den Krisengebieten der Welt wird hœufig kritisiert, sie sei fixiert auf die Jagd nach dem spektakulœren Bild, der sensationellen Reportage und das sei meist die sich bestœndig überbietende Darstellung von Gewalt. Darüber muß mit guten Gründen nachgedacht werden. Auch in dieser Ausstellung werden erschreckende Bilder gezeigt, Bilder, für die sich die Ausstellungsmacher jedoch nicht leichtfertig entschieden haben. Denn immer wird der Schrecken dieser Bilder von der Wirklichkeit des Schreckens weit überboten - und deren Gewalt und Brutalitœt lœßt sich nicht einfach verdrœngen oder ausblenden. Nur die direkte, ungefilterte Information, die selbst beobachtete und auf Film festgehaltene Szene, der vor Ort recherchierte Hintergrundbericht kann über die Verhœltnisse in diesen Lœndern aufklœren - und das sind eben oft genug Gewaltverhœltnisse.

Diese Fotoausstellung ist seit 1995 in über 30 Orten in ganz Deutschland (u.a. auch im Bundeshaus in Bonn) und Österreich zu sehen gewesen. Für 2000 liegen schon Bestellungen und Anfragen u.a. auch aus Österreich vor. Deshalb war es notwendig diese erfolgreiche Ausstellung, die an ihren Prœsentationsorten sehr zum Nachdenken und für Diskussionen sorgte, zu aktualisieren. In Zusammenarbeit mit Reporter ohne Grenzen e.V. wurde sie von Dr. Lothar Stetz von der Volkshochschule im Norden des Landkreises München und Dieter Schnöpf überarbeitet. So wurden neue aktuelle Bilder von Algerien, Äthiopien, dem Nahen Osten, Rußland aber auch neue Themen wie Afghanistan, Deutschland, Sudan aufgenommen. Diese Überarbeitung machte immerhin über 50 Prozent der Ausstellung aus.

Wir danken

Besonderen Dank gebührt den Geschäftsführern des Fotofachlabors Knoblich, Reiner Löschinger und Reinhold Pelz. Die Firma Knoblich, München, hat die Kosten für fast alle Vergrößerungsarbeiten und das Aufziehen der Bilder auf die Träger übernommen.

Ebenso danken wir Lothar Kremer und Tim Kremer von der Firma Scanlith, Garching, für die grafische Aufbereitung der Bildunterschriften und Texte. Die Firma Key Media hat uns bei der Überarbeitung der Ausstellung unterstützt.

Die Hintergrundtexte wurden erstellt von:

Die Autoren/innen haben zugunsten des Projekts auf ein Honorar verzichtet - dafür herzlichen Dank.

Die Bezirksarbeitsgemeinschaft Oberbayern im Bayerischen Volkshochschulverband hat großzügig alle anfallenden Kosten übernommen; sie ist auch den weiteren Einsatz der Ausstellung zuständig.

An der Erstellung der Ausstellung haben mitgearbeitet:


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