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Keine Freiheit ohne Pressefreiheit!

Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfaßt die Freiheit, Meinungen unangefochten zu vertreten sowie Informationen und Ideen mit allen Kommunikationsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

Artikel 19 der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" der Vereinten Nationen (Dezember 1948)

Reporter ohne Grenzen verteidigt die Pressefreiheit

185 Staaten haben die Genfer Menschenrechtskonvention unterzeichnet. In mehr als der Hälfte von ihnen wird jedoch der Artikel 19 dieser Erklärung, das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit, nicht respektiert. Im Gegenteil: Vielerorts unterliegt die Berichterstattung staatlicher Zensur, werden Zeitungen beschlagnahmt, Rundfunkprogramme und Fernsehsender verboten. Viele Methoden der Einschüchterung, von anonymen Drohungen und Überfällen bis zu Verhaftung, Mißhandlung und Ermordung von Journalistinnen und Journalisten, werden angewandt, um kritische Stimmen an autoritären Regimen, an Korruption und organisiertem Verbrechen zum Schweigen zu bringen.

Reporter ohne Grenzen ist eine internationale Menschenrechtsorganisation

Die Unterdrückung der freien Meinungsäußerung und der freien Berichterstattung geht immer mit der Verletzung anderer grundlegener Menschenrechte einher. Die Freiheit, zu informieren und informiert zu werden, ist daher stets auch ein zuverlässiger Gradmesser für die Achtung der universell gültigen Menschenrechte in einem Land.
Wo die Presse nicht ungehindert über die Arbeit von Regierungen berichten kann, gibt es auch keine öffentliche Kontrolle staatlicher Organe. Wo die Medien nicht einmal elementare Informationen verbreiten dürfen, kann kein demokratischer Prozeß, kein friedlicher Ausgleich verschiedener Interessen gelingen. Ohne Pressefreiheit gibt es keine Demokratie.

"Unter Einsatz ihres Lebens..."

Ermordet

Über 600 Journalisten wurden in den letzten 10 Jahren wegen ihrer Arbeit oder in Ausübung ihres Berufes getötet:

Journalisten werden zunehmend auch dort ermordet, wo sie zwischen die Fronten von organisiertem Verbrechen und korrupten Regimen gelangen. So wurden allein im Jahr 1997 in Kolumbien 4 und in Mexiko 3 Journalisten ermordet, die zum Thema Korruption und Drogenhandel recherchierten.

Inhaftiert

Weltweit befinden sich ständig mehr als 100 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Meinung im Gefängnis. Viele von ihnen sind zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, weil ihnen Verstöße gegen Pressegesetze, Beleidigung von Regierungsmitgliedern oder Vergehen gegen die "Staatssicherheit" vorgeworfen werden. Zu den Ländern, die die größte Anzahl von Journalisten gefangen halten, zählen Äthiopien, China, Kuwait, Nigeria und Syrien.

Gefoltert

Ein Beispiel von vielen: Dieudonné Djonabaye, Chefredakteur der unabhängigen tschadischen Wochenzeitung N'djamena Hebdo wurde am 29. März 1998 während einer Recherche von Militärs festgenommen und bei den anschließenden polizeilichen Vernehmungen mit Elektrokabeln so schwer mißhandelt, daß er im Krankenhaus behandelt werden mußte.

Zensiert

Zensur zeigt sich nicht nur in der Einschränkung freier Berichterstattung oder dem Verbot von Medien, sondern oft viel subtiler. Zensur ist auch

Reporter ohne Grenzen Die Organisation

1985 in Frankreich gegründet, hat das Internationale Sekretariat (Reporters sans frontières) seinen Sitz in Paris. Es gibt Sektionen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Schweden, in der Schweiz und in Spanien, sowie Büros in Washington, London und Istanbul. Im Juli 1997 erhielt die Organisation den "Preis für Journalismus und Demokratie" der OSZE.
Die 1994 gegründete deutsche Sektion ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Sie zählt rund 250 Mitglieder: Zeitungs- und Fernsehjournalisten, freie Mitarbeiter, Fotografen und auch Chefredakteure. Die Geschäftsstelle befindet sich in Berlin. Die deutsche Sektion Reporter ohne Grenzen finanziert ihre Arbeit über Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie den Erlös von eigens produzierten Fotobüchern. Für die Unterstützung und Finanzierung unserer Projekte konnten wir in den letzten Jahren viele bekannte Medien und Unternehmen gewinnen.

Reporter ohne Grenzen verteidigt die Freiheit, zu informieren und informiert zu werden

Reporter ohne Grenzen setzt sich weltweit für Journalistinnen und Journalisten ein, die vom Staat, von religiösen und politischen Gruppen oder durch organisiertes Verbrechen bedroht werden. Wir intervenieren bei Regierungen und Justizbehörden, schicken Rechtsanwälte und Prozeßbeobachter und helfen den Familien inhaftierter oder getöteter Journalisten.

Wir übernehmen Patenschaften für gefangene Journalistinnen und Journalisten und fordern ihre Freilassung sowie die Verbesserung der Haftbedingungen.

Wir unterstützen unabhängige Medien, die den Bedrohungen der Pressefreiheit in ihrem Land trotzen. Wir helfen ihnen bei Zensur, Verbot oder wenn ihre Produktionsmittel zerstört werden - sei es durch Bombenattentate oder im Krieg.

In Länder, deren Pressefreiheit akut gefährdet ist, entsendet das Internationale Sekretariat Untersuchungsmissionen und verfaßt anschließend ausführliche Berichte. Die Situation der Pressefreiheit in rund 150 Ländern wird von uns jährlich zum 3. Mai in einem 400-seitigen Jahresbericht dokumentiert. In regelmäßigen Rundbriefen informiert Reporter ohne Grenzen Mitglieder und Unterstützer in Deutschland sowie die Presse über aktuelle Entwicklungen.
Mit unserem Wissen unterstützen wir andere Organisationen: Reporter ohne Grenzen hat Beraterstatus beim Europarat, der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen und der UNESCO. Wir arbeiten eng mit anderen Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International oder dem Committee to Protect Journalists zusammen; die deutsche Sektion ist Mitglied im Forum Menschenrechte, einem Zusammenschluß von rund 40 Nichtregierungsorganisationen.

Alljährlich am 3. Mai begehen wir den von der UNO anerkannten "Internationalen Tag der Pressefreiheit". Wir berichten von unserer Arbeit und machen auf die Gefährdung von Presse- und Meinungsfreiheit aufmerksam. Jedes Jahr präsentieren wir an diesem Tag einen neuen Fotoband aus der Reihe "100 Fotos für die Pressefreiheit" mit Fotografien international bekannter Bildjournalisten.

Am 10. Dezember, dem "Internationalen Tag der Menschenrechte", vergeben wir unseren Menschenrechtspreis an mutige Journalistinnen und Journalisten, die sich unter besonders schwierigen Bedingungen für die Pressefreiheit in ihrem Land eingesetzt haben.

Reporter ohne Grenzen schaltet sich in Diskussionen zur Presse- und Meinungsfreiheit ein. Wir organisieren Veranstaltungen, Ausstellungen und Pressegespräche. Immer wieder weisen wir auf den Zusammenhang zwischen der Pressefreiheit und den übrigen Menschenrechten in einem Land hin.

Mit Unterstützung von American Express wurde ein Notfall-Telefon eingerichtet.

Weltweiter SOS-Ruf (+33 1) 47 77 74 14

Rund um die Uhr können - in Englisch und Französisch - Hinweise auf Inhaftierung oder Verfolgung von Journalisten gegeben werden. Je präziser die Angaben, um so leichter ist es für Reporter ohne Grenzen, schnell und effektiv zu handeln.

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